Arbeitsmarkt

Der demographische Wandel, die Veränderung von Arbeitsformen, -inhalten und Berufsbildern sowie die Digitalisierung stellen den deutschen Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Die Notwendigkeit der Koordinierung und Zusammenarbeit der Akteure der verschiedenen Sozialversicherungszweige wird vor diesem Hintergrund umso deutlicher. Unsere sozialen Sicherungssysteme, vom Arbeitslosengeld bis zur Rente, sind weiter zu entwickeln und zukunftsfest zu gestalten. Ziel ist es, aus verschiedenen Blickwinkeln gemeinsame Konzepte und Strategien im Rahmen der Prävention, Rehabilitation und Inklusion für die Sicherung einer erfolgreichen Teilhabe am Erwerbsleben zu entwickeln. Themen, wie beispielsweise die Rahmenbedingungen von Beschäftigungsverhältnissen, die Finanzierungsmechanismen der Sozialversicherung und die Sicherstellung der Versorgung bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit, stehen im Fokus. In der sich wandelnden Arbeitswelt hängt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft entscheidend von dem Erhalt der Erwerbsfähigkeit und von gut qualifizierten Arbeitskräften ab. Der Druck steigt, neue Strukturreformen auf den Weg zu bringen, die im Kern eine schlüssige und ausgewogene Gesamtstrategie für die sozialen Sicherungssysteme umfassen.

Im Kontext des Erhalts der Erwerbsfähigkeit wird in den Gremien der GVG dem Arbeits- und Gesundheitsschutz und der medizinischen Rehabilitation große Aufmerksamkeit gewidmet. Neben dem Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung wurde das betriebliche Eingliederungsmanagement, welches das Recht zur Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen regelt, intensiv diskutiert. Wichtige Arbeit wurde in der Vergangenheit in diesem Feld auch von den Fachausschüssen Pflege und Rehabilitation geleistet. Mit der Veröffentlichung „Die medizinische Rehabilitation“ stellte die GVG einen Überblick zur Verfügung, welche Möglichkeiten die medizinische Rehabilitation bietet, wie sie funktioniert und welchen Nutzen sie bringt.

Seit 2008 wird die Umsetzung und Ausgestaltung der UN-Behindertenrechtskonvention von der GVG intensiv und kritisch begleitet. Des Weiteren stieß die GVG im Rahmen der Diskussion um die Ausweitung der Beitragspflicht auf alle Erwerbstätigen das Thema Digitalisierung der Arbeitswelt in dem Grünbuch „Arbeiten 4.0“ an. Die GVG plädierte 2015 in einem Positionspapier dafür, dass die Selbständigen verpflichtend in den Schutz der gesetzlichen oder privaten sozialen Sicherungssysteme einbezogen werden sollten und nahm Stellung zu den Auswirkungen des technologischen Fortschritts. In verschiedenen Veranstaltungen, Positionspapieren und Publikationen bezogen die Mitglieder der GVG Stellung zu den jeweils aktuellen und relevanten Themen der alternden Gesellschaften und ihren Folgen. Dazu wurde im Rahmen der Schriftenreihe mit einem Band 70 unter dem Titel „Long-Term Care – Der Bedarf an Fachkräften in der Pflege im internationalen Vergleich“ die systematische Untersuchung zur Verfügbarkeit von Pflegefachkräften in alternden Gesellschaften thematisiert.

Die GVG wird sich weiterhin, insbesondere mit dem Ständigen Ausschuss Arbeitsmarkt, am Gesamtprozess der Erarbeitung neuer Handlungsvorschläge beteiligen. Um die sozialpolitischen Herausforderungen der wandelnden Arbeitswelt zu meistern, müssen strukturübergreifende Lösungen gefunden werden.