Symposium des Wissenschaftlichen Beirates der GVG

Berlin, den 12. Oktober 2017 – Im Verlauf des heutigen Symposiums des Wissenschaftlichen Beirates der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG) zur Ethik für telemedizinische Anwendungen wurde intensiv das Thema „Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit – Perspektiven einer Ethik für telemedizinische Anwendungen“ diskutiert. Hierbei wurden insbesondere ethische Fragen der Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten, der       (Daten-)Sicherheit sowie Fragen nach der Zukunft unseres Gesundheits- und Sozialsystems mit seinen Eckwerten – Solidarität, Subsidiarität und Pluralismus – in einem digitalisierten Gesundheitswesen erörtert.

Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der GVG, Prof. Dr. Gregor Thüsing, hob hervor, dass „die Digitalisierung grundlegend das Gesundheitssystem, wie wir es bisher kennen, verändert. Digitale Anwendungen werden nicht nur die Versorgungsstrukturen und -inhalte, sondern auch das Verhalten der Patientinnen und Patienten signifikant verändern. Zugleich ist das Arzt-Patienten-Verhältnis von einem weitreichenden Wandel betroffen.“ Die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Gesundheitssystem sowie damit verbundene ethische Fragestellungen waren Gegenstand der verschiedenen Impulsreferate, die im Laufe des Tages vorgetragen wurden. Neben der Frage, ob telemedizinische Anwendungen mit unseren ethischen Vorstellungen vereinbar sind, wurden auch rechtliche Hintergründe eines digitalisierten Gesundheitswesens aufgegriffen. Zudem wurde das Thema aus Sicht einer Dachorganisation für medizinische Verbundforschung, eines renommierten Mediziners, der Krankenkassen sowie aus gesundheitsökonomischer Perspektive betrachtet.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Referenten zum Thema „Telemedizinische Anwendungen im Spannungsfeld ethischer, rechtlicher und sozial-ökonomischer Fragestellungen“. Dabei thematisierte Prof. Dr. Eberhard Eichenhofer, Ko-Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der GVG, einen Erweiterungsbedarf des Haftungsrechts in Bezug auf telemedizinische Anwendungen, um Rechtssicherheit für alle Seiten herzustellen. Zudem müsse zwingend die asymmetrische Beziehung zwischen Arzt und Patient sowie zwischen „Digital Natives“ und „Digital Ignorants“ in die Diskussion um Ethik und telemedizinische Anwendungen einbezogen werden.

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