Gutachten zur säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation: Träger der Altersvorsorge begrüßen Pläne des Bundessozialministeriums

Pressemitteilung 01/2019

Berlin, 2. April 2019 – Die in der GVG organisierten Träger der Altersvorsorge begrüßen das heute in Berlin vorgestellte gemeinsame Gutachten des Bundessozialministeriums (BMAS) und des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zu den Grundlagen einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation. „Ein Alterssicherungssystem aus drei Säulen erfordert Transparenz und verständliche Informationen“, betont Gundula Roßbach, Vorsitzende des Ständigen Ausschusses Alterssicherung der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG). So könnten die Menschen bewusste Entscheidungen über ihre Altersvorsorge treffen.

Klaus Stiefermann, Vorsitzender der Facharbeitsgruppe Trägerübergreifende Vorsorgeinformation der GVG, befürwortet das von den Gutachtern vorgeschlagene Konzept: „Die trägerübergreifende Vorsorgeinformation muss digital und auf der Basis bestehender Altersvorsorgeinformationen umgesetzt werden“. Ziel müsse es sein, die bereits heute vorliegenden Informationen an einer Stelle zusammenzuführen sowie möglichst übersichtlich und verständlich aufzubereiten“, so Stiefermann. Hierfür biete ein Onlineangebot, mit dessen Hilfe die Bürgerinnen und Bürger sich individuell informieren könnten, die besten Voraussetzungen.

In der seit 2017 bestehenden Facharbeitsgruppe hat die GVG Vorschläge für die Darstellung und die technische Umsetzung einer trägerübergreifenden Vorsorgeinformation entwickelt. Die Arbeitsgruppe ist mit Vertretern der Spitzenorganisationen aller Säulen der Alterssicherung – gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersversorgung und private Vorsorge – sowie weiteren Akteuren der Altersvorsorge besetzt. Stiefermann kündigte an, die Expertise der GVG-Facharbeitsgruppe in den geplanten Dialogprozess des Bundessozialministeriums einzubringen: „Eine praxistaugliche Lösung kann nur gemeinsam mit den Trägern der Altersvorsorge, die auch Träger der Vorsorgedaten sind, erarbeitet werden“, so Stiefermann. Die Einführung einer trägerübergreifenden Vorsorgeinformation werde man weiterhin konstruktiv unterstützen.

„Eine zentrale Herausforderung aus Sicht der Versorgungsträger ist es, Nutzerfreundlichkeit mit hohem Datenschutz zu vereinbaren“, hebt Stiefermann weiter hervor. Daher müsse die Politik über die rechtliche Zulässigkeit eines einheitlichen Personenkennzeichens zur Identifizierung der Versicherten entscheiden. Die zentrale Speicherung der Vorsorgedaten aller Bürgerinnen und Bürger müsse hingegen in jedem Fall vermieden werden.

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Über die GVG

Die Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG) repräsentiert seit 1947 das System der sozialen Sicherung in Deutschland. Wesentliche Akteure aus dem Bereich der sozialen Sicherung haben sich hier zusammengeschlossen, um gemeinsam zu aktuellen Themen des Sozialschutzes und der Gesundheitsversorgung zu arbeiten. Die GVG stellt damit eine einmalige Plattform für den konsensorientierten Austausch im Bereich der sozialen Sicherung dar und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung des Schutzes vor zentralen Lebensrisiken. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, das System der sozialen Sicherung in Deutschland selbstverwaltet, dezentral und eigenverantwortlich mitzugestalten und eine Weiterentwicklung der sozialen Sicherheit in Theorie und Praxis zu ermöglichen.

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