GVG präsentiert Vorschläge zur Einführung einer säulenübergreifenden Vorsorgeinformation

Pressemitteilung 05/2019

Berlin, 26. Juni 2019 – Die in der GVG organisierten Träger der Altersvorsorge unterstützen die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation. In einem soeben veröffentlichten Expertenbericht machen die Träger Vorschläge, wie eine übergreifende Vorsorgeinformation praxisgerecht und zeitnah umgesetzt werden kann. Gundula Roßbach, Vorsitzende des Ständigen GVG-Ausschusses Alterssicherung, begrüßt die gemeinsame Initiative unter dem Dach der GVG: „Ein Alterssicherungssystem aus drei Säulen erfordert Transparenz und verständliche Informationen. Das erleichtert es den Menschen, bewusste Entscheidungen über ihre Altersvorsorge zu treffen.“

Anlässlich der Präsentation des GVG-Berichts im Rahmen einer Fachtagung in Berlin am vergangenen Dienstag betonte Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bedeutung des Vorhabens: „Die Bürger sollten wissen, wie sie vorgesorgt haben, um mündig entscheiden zu können“. Die Informationen zur Altersvorsorge müssten zentral zur Verfügung stehen, verlässlich und neutral sein. Dazu werde das Bundesarbeitsministerium einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg bringen, sobald die noch offenen Fragen zur Umsetzungsstruktur geklärt sind. Die Akteure in den drei Säulen der Alterssicherung – gesetzliche Rentenversicherung, betrieblicher Altersversorgung und private Vorsorge – bieten zwar bereits heute Informationen für ihre Versicherten und Versorgungsanwärter an. Angesichts der Komplexität der Informationen und des Alterssicherungssystems können diese aber schnell den Überblick verlieren.

Klaus Stiefermann, Vorsitzender der Facharbeitsgruppe Trägerübergreifende Vorsorgeinformation der GVG, fasst die wichtigsten Forderungen der GVG-Experten zusammen: „Die trägerübergreifende Vorsorgeinformation muss digital und auf der Basis bestehender Altersvorsorgeinformationen umgesetzt werden“. Hierfür biete ein Onlineangebot, mit dessen Hilfe die Bürgerinnen und Bürger sich individuell informieren könnten, die besten Voraussetzungen.

Die seit 2017 bestehende GVG-Facharbeitsgruppe ist mit Experten der Spitzenorganisationen aller Säulen der Alterssicherung sowie weiteren Akteuren der Altersvorsorge besetzt. Der Geschäftsführer der GVG, Dr. Sven-Frederik Balders, betont den Willen der GVG, die Einführung einer trägerübergreifenden Vorsorgeinformation in Deutschland konsensorientiert zu unterstützen. „Eine praxistaugliche Lösung kann nur gemeinsam mit den Trägern der Altersvorsorge, die auch Träger der Vorsorgedaten sind, erarbeitet werden“, so Balders. Die Einführung einer trägerübergreifenden Vorsorgeinformation werde die GVG daher weiterhin konstruktiv unterstützen.

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Die Fachtagung zur säulenübergreifenden Vorsorgeinformation in Bildern

Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales; © tobias rücker fotografie

Klaus Stiefermann, Vorsitzender der GVG-Facharbeitsgruppe Trägerübergreifende Vorsorgeinformation; © tobias rücker fotografie

v.l.n.r.: Dorothea Mohn, Verbraucherzentrale Bundesverband; Moderatorin Tina Groll, ZEIT Online; © tobias rücker fotografie

Bertram Raum, Referatsleiter beim Bundesbeauftragten für Datenschutz; © tobias rücker fotografie

Stefan Oecking, Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersversorgung e.V. (aba); © tobias rücker fotografie

Claudia Wegner-Wahnschaffe, Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL); © tobias rücker fotografie

Podiumsdiskussion; v.l.n.r.: Markus Kurth, MdB, Bündnis 90/DIE GRÜNEN; Dr. Reinhold Thiede, Deutsche Rentenversicherung Bund; Dr. Peter Schwark, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft; Moderatorin Tina Groll; Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg, Bundesministerium für Arbeit und Soziales; © tobias rücker fotografie

Das Wichtigste aus der Veranstaltung

 

Über die GVG

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