GVG-Konferenz: „Eine europäische Säule sozialer Rechte – Konzepte und Wege zu einem starken sozialen Europa“

8. Dezember 2016

Mit ihrer Jahreskonferenz am 8. Dezember 2016 zeigte die Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG), dass sie sich verstärkt sozialpolitischen Fragen auch auf europäischer Ebene widmet. Auch in Zukunft bietet sie einen übergreifenden Rahmen, um europarelevante Positionen abzustimmen.

Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der GVG, Dr. Joachim Breuer, verdeutlichten die Impulsvorträge von Thomas Fischer (DGB) und Professor Dr. Bernd Schlüter (Katholische Hochschule für Sozialwesen), dass eine europäische Säule zur Stärkung der sozialen Aufwärtskonvergenz wichtig sei. Die hohe Diversität der Sozialsysteme und wirtschaftlichen Grundlagen der Mitgliedsstaaten müssten jedoch auch weiterhin berücksichtigt werden.

Anschließend wurde in den Foren die Notwendigkeit einer europäischen Säule sozialer Rechte für einen nachhaltigen Sozialschutz kritisch beleuchtet. Zudem wurde die europäische Arbeitsmarktpolitik diskutiert. Hierbei wurde betont, dass die Lebensumstände von Bürgerinnen und Bürgern mit niedrigem sozioökonomischem Status verstärkt beachtet werden sollen. Dabei sei jedoch die Effizienz einer europäischen Arbeitslosenversicherung kritisch zu beleuchten. Auch die Übertragbarkeit einzelner Komponenten auf andere Länder – wie das deutsche duale Ausbildungssystem – sei fraglich. Zum Schluss fasste Rudolf Henke, MdB, Vorsitzender des ständigen GVG-Ausschusses Europa, die Aspekte der europäischen Säule zusammen und kündigte an, dass in einer Facharbeitsgruppe des ständigen Ausschusses Europa eine Stellungnahme zum kommenden Weißbuch der Europäischen Kommission erarbeitet wird.