Manuel Emmler (GDV) neu ins Präsidium der GVG gewählt.

Im Schnellcheck: 5 Fragen, 5 Antworten

20.03.2026

Auf der letzten Sitzung des Präsidiums der GVG wurde erstmalig Manuel Emmler (Gesamtverband der Versicherer (GDV), Leitung Altersvorsorge und Rentenpolitik) einstimmig ins Präsidium der GVG gewählt. Die Amtszeit geht bis 2027. Wir freuen uns sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei Ilka Houben für ihre Mitwirkung im GVG-Präsidium bedanken. Eine Übersicht über die gewählten Präsidiumsmitglieder der GVG finden Sie hier.

Manuel Emmler leitet bei der GDV den Bereich der Altersvorsorge und der Rentenpolitik. Der Diplom-Politikwissenschaftler mit  ökonomischen Hintergrund blickt auf mehr als 17 Jahre Erfahrung in der Begleitung der Bundespolitik zurück. Sein Fachgebiet umfasst insbesondere die Arbeitsmarkt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Wir haben Herrn Emmler fünf Fragen gestellt, um mehr über seine Erwartungen an die Mitarbeit im Präsidium der GVG und seine Perspektiven auf aktuelle sozialpolitische Herausforderungen zu erfahren. Im Interview spricht er über die Rolle von Netzwerken wie der GVG, notwendige Reformen in der Alterssicherung und darüber, was ihn außerhalb der Arbeit beschäftigt.

GVG im Gespräch: Welche Erwartungen verbinden Sie mit Ihrer Mitarbeit im Präsidium und welche Impulse möchten Sie einbringen?

Manuel Emmler: Ich freue mich sehr auf die Mitarbeit im Präsidium der GVG. Für mich ist die GVG ein wichtiger Ort für fachlich fundierte und konstruktive Debatten über die Zukunft der sozialen Sicherung. Ich möchte dazu beitragen, das Vertrauen in das Alterssicherungssystem insgesamt zu stärken.

GVG im Gespräch: Welche Rolle kann ein Netzwerk wie die GVG künftig spielen?

Manuel Emmler: Die GVG kann dazu beitragen, Debatten versachlichen, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und Reformen konstruktiv begleiten. Gerade bei großen sozialpolitischen Fragen braucht es Orte, an denen nicht Zuspitzung, sondern der fachliche Austausch zwischen Trägern und Akteuren der sozialen Sicherung stattfindet.

GVG im Gespräch: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen — und welche Reformen sind besonders dringend?

Manuel Emmler: Die größte Herausforderung besteht darin, das verlorene Vertrauen in die Alterssicherung wiederzugewinnen. Dafür brauchen wir einen Partei- und fachpolitischen Konsens in der Rentenpolitik. Die Menschen müssen die Möglichkeit erhalten, unkompliziert und transparent sich ihr Einkommen im Alter, entsprechend ihren Präferenzen, säulenübergreifend abzusichern.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt eine verlässliche und solide Basis der Altersabsicherung. Da sie in den meisten Fällen jedoch nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu sichern, wird eine ergänzende betriebliche und private Vorsorge immer wichtiger. Ziehen Politik und alle relevanten Akteure an einem Strang, können wir das Vertrauen in das Alterssicherungssystem als Ganzes stärken. Das ist bitter notwendig.

GVG im Gespräch: Reichen die aktuellen Reformansätze der Bundesregierung aus?

Manuel Emmler: In der Rentenpolitik passiert momentan sehr viel. Das Rentenniveau wurde stabilisiert, die private Altersvorsorge wird gerade reformiert und die Rentenkommission erarbeitet Vorschläge, wie Rentenlücken geschlossen und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen besser abgesichert werden können. Die Rentenpolitik hat immer wieder aufs Neue die Aufgabe, durch das Drehen an Stellschrauben das System zu stabilisieren und das Sicherungsniveau zu kalibrieren. Dazu hat die Bundesregierung auf jeden Fall einen Beitrag geleistet. Grundsätzlich gilt: Nach der Reform ist vor der Reform.

GVG im Gespräch: Wie verbringen Sie Ihre Zeit außerhalb der Arbeit?

Manuel Emmler. In meiner Freizeit verbringe ich Zeit mit meiner Familie. Manchmal produziere ich elektronische Musik in meinem Tonstudio und male auch gelegentlich mal ein Bild. Meine Waldorf-Schulzeit wirkt noch ein wenig nach.