Prävention und Gesundheitsförderung brauchen einen Paradigmenwechsel in Deutschland. Dafür spricht sich das Forum Gesundheitsziele der GVG e.V. im gemeinsamen Forderungspapier mit der Bundesärztekammer und der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) aus.
Unser Gesundheitssystem investiert stark in Reparatur, aber zu wenig in die Vermeidung von Krankheiten. Die nötige Kehrtwende benötigt umfangreiche politische und strukturelle Maßnahmen, die vor allen mit Blick auf den demografischen Wandel entschieden angegangen werden müssen.
Gesundheit muss systematisch geschützt, Ungleichheit reduziert und Gesundheit und Prävention in allen Politikfeldern verbindlich verankert werden („Health in All Policies“). Prävention ist kein freiwilliger Zusatz. Sie ist Voraussetzung für eine gesunde Bevölkerung, für die Stabilität unserer Sozialversicherungssysteme und für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Prävention bedeutet nicht Bevormundung, sondern staatliche Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung.
Der internationale Vergleich zeigt: es liegen eine Reihe von politischen Maßnahmen vor, die nachweislich die Gesundheit schützen. Unser gemeinsamer Appell für die strukturelle Stärkung der Prävention lautet daher:
Welche detaillierten Maßnahmen jetzt umgesetzt werden sollten lesen Sie im Forderungspapier, welches Sie unten downloaden können.
Wir danken der Bundesärztekammer und der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) für die gute Zusammenarbeit und den gemeinsamen Einsatz für eine bessere Gesundheit für alle.
Stimmen aus BÄK, Forum Gesundheitsziele und BVPG:
Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer:
„Deutschland gibt viel Geld für sein Gesundheitswesen aus, investiert dabei aber zu wenig in die Vorbeugung von Krankheiten. Ein stärkerer Fokus auf Prävention würde die Lebensqualität der Menschen verbessern und zugleich das Gesundheitswesen auf lange Sicht entlasten. Die Bundesregierung ist gefordert, Prävention und Gesundheitsförderung endlich ressortübergreifend zu verankern, Gesundheitsbildung in Schulen und Kitas verbindlich zu stärken und durch höhere Abgaben auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Produkte klare Anreize für ein gesünderes Verhalten zu setzen.“
Ulrike Elsner, Co-Vorsitzende des Forums Gesundheitsziele:
„Wir brauchen ein wirkliches Umdenken in der Prävention und Gesundheitsförderung. Denn das verbessert nicht nur die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern spart auch bares Geld für die Gemeinschaft. Der internationale Vergleich zeigt: Wer es ernst meint mit verantwortungsvoller Investition von Steuer- und Versichertengeldern muss hier für heutige und zukünftige Generationen tätig werden.“
Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB, Präsidentin Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.:
„Prävention und Gesundheitsförderung müssen zum Maßstab jeder Politik werden - ressortübergreifend und auf allen Ebenen. Nur so sichern wir gesundes Aufwachsen, verhindern vermeidbare Erkrankungen und schaffen echte gesundheitliche Chancengerechtigkeit. Gesundheit mitzudenken ist keine Kür mehr, sondern die Voraussetzung für ein nachhaltiges Gesundheitswesen und eine stabile Demokratie.“