GVG-Impuls: Resilienz als gemeinsame Zukunftsaufgabe | PSNV im Katastrophen- und Krisenfall (Teil 2 der Veranstaltungsreihe)

16.09.2026

Am 2. September 2026 (12:00–13:30 Uhr) fand die zweite Ausgabe unserer Veranstaltungsreihe GVG-Impuls „Resilienz als gemeinsame Zukunftsaufgabe“ mit Fokus auf die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) statt.

Hintergrund der Veranstaltungsreihe sind die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Anforderungen an die Krisenfestigkeit des deutschen Gesundheitswesens. Spätestens seit Februar 2022 rücken dabei grundlegende Fragen in den Mittelpunkt: Wie kann die Versorgung im Katastrophen- und Bündnisfall zuverlässig sichergestellt werden? Welche resilienten Strukturen werden benötigt? Und welche Rolle spielt eine funktionierende sektorübergreifende Zusammenarbeit?

Die GVG hat sich gemeinsam mit ihren Partnern Marburger Bund, Bundesärztekammer, Gesundheitsstadt Berlin und den BG Kliniken intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt.

Anknüpfend an die erste Veranstaltung vom 18. Februar 2026 diskutierten wir nun in Kooperation mit der Bundespsychotherapeutenkammer und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der psychotherapeutischen Selbstverwaltung, dem Bevölkerungsschutz und der militärmedizinischen Versorgung zentrale Fragen und Perspektiven der zukünftigen PSNV im Katastrophen- und Krisenfall.

Das hochrangig besetzte Online-Panel ermöglichte eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Themenfeld. Dr. Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, verdeutlichte, dass psychische Gesundheit von Beginn an als Bestandteil des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes mitgedacht werden muss. Dafür braucht es verlässliche Strukturen, klare Übergänge in den unterschiedlichen Versorgungsphasen und eine stärkere Vernetzung der relevanten Akteure. Die Bundespsychotherapeutenkammer hat hierzu in ihrem Impulspapier „Für eine handlungsfähige Psychosoziale Notfallversorgung im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz“ wichtige Empfehlungen für eine krisenfeste PSNV formuliert.

Thomas Knoch, Referatsleiter im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), gab Einblicke in die Arbeit des BBK und betonte die Bedeutung gesellschaftlicher Resilienz. Diese umfasst neben militärischer Sicherheit auch die Stärkung gesellschaftlicher Widerstandskraft, an der die PSNV ansetzen kann. Die vorgestellten Angebote des BBK unterstützen in Akutsituationen und können bestehende Hilfesysteme entlasten. Auch das neu gegründete Fachzentrum Resilienz und Traumaprävention leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Im Mittelpunkt stehen Bildungs- und psychosoziale Angebote sowie die Qualitätssicherung der Psychosozialen Notfallversorgung.

Dr. Rita Quasten, leitende Psychologin im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr, unterstrich die Bedeutung von Prävention und des Zusammenspiels ziviler und militärischer Akteure. Trotz unterschiedlicher organisatorischer Strukturen ist eine enge Zusammenarbeit für die Bewältigung zukünftiger Krisen von zentraler Bedeutung.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Philipp Jann, Notfallpsychologe und Gründer des Instituts für Notfallpsychologie GmbH & Co. KG.

Das Video der Veranstaltung können Sie auf unserem YouTube-Kanal  sehen.

Hinweis zur Aufzeichnung: Zwei der drei Impulsvorträge sind im begleitenden YouTube-Video zu sehen. Der dritte Vortrag ist aufgrund der darin enthaltenen Informationen nicht Bestandteil der veröffentlichten Aufzeichnung.